Ein Journalist der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete am Samstag (02.06.2007) von der Abschlusskundgebung in Rostock und heizte damit die dort durch die Krawalle schon eskalierende Stimmung weiter auf. Er verbreitete die Meldung, dass ein Redner gesagt habe: “Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.”
Spiegel Online übernahm diesen Bericht umgehend ungeprüft und machte daraus für den Liveticker die reißerische Überschrift “Wir müssen den Krieg in diese Demo tragen”.
Stattdessen sprach Walden Bello (Wikipedia) auf der Kundgebung über etwas ganz anderes. “Vor zwei Jahren hat es geheißen, wir sollen den Krieg nicht in die Diskussion mit reinbringen, wir sollen uns nur auf Armutbekämpfung konzentrieren. Aber ich sage: Wir müssen den Krieg hier mit reinbringen, denn ohne Frieden kann es auch keine Armutsbekämpfung geben.”
Spiegel Online hat diesen Fehler am darauffolgenden Tag bedauert. Nach drei Tagen hat sich schließlich auch die dpa entschuldigt. Weitere Details zu dieser Falschmeldung von dpa trägt Jens Berger im Blog Spiegelfechter zusammen.
Eine Chronologie der Falschmeldung gibt es bei Stefan Niggemeier.
