Lobbystudie unkritisch widergegeben

Auf der Datenautobahn könne es sich bald stauen, wenn das Netz nicht ausgebaut werde, schreibt Matthias Kremp in einem Aufmachertext (via Textdepot, 21.11.2007) auf Spiegel Online (21.11.2007). Zu diesem Ergebnis komme eine aktuelle US-Marktforschungsstudie, die Kremp referiert, ohne sich damit kritisch zu beschäftigen.

Die Untersuchung haben Nemertes, eine Forschungs- und Beratungsfirma, spezialisiert auf die Beurteilung des wirtschaftlichen Werts neuer Technologien, und die Internet Innovation Alliance, die strategischen Rat und Hilfe für internationale Telekommunikations- und Technologieunternehmen geben, erstellt.

Bei diesen Firmen handele es sich um Lobbyorganisationen im Kampf um die Kontrolle im Netz, wie auf Netzpolitik.org (20.11.2007) zu lesen ist. Seit Jahren wird in den USA eine Debatte über Netzneutralität geführt.

Telekommunikationsunternehmen würden im Internet nämlich gern eine Zweiklassengesellschaft einführen. Das hieße, wer zahlt (YouPorn vielleicht), bekommt für die Verbreitung seiner Inhalte im Netz die Autobahn und wer nicht oder wenig zahlt (Blogger zum Beispiel) die langsame, verstopfte Nebenstraße. Bei Spiegel Online ist davon nichts zu lesen.

Der Blogger Robert Basic (20.11.2007) hat auch unkritisch auf diese Studie verwiesen, aber im Gegensatz zu Spiegel Online den Hinweis auf die Lobbyorganisationen nachgereicht.

Kritisierte Publikation: Spiegel Online
RJ, 21. November 2007, 22:33 Uhr, Kommentare deaktiviert für Lobbystudie unkritisch widergegeben



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